Caro leitor,
depois 659 Einträgen und 89.000 Besuchern (seit 2005) ist das alte Gästebuch leider voll gewesen und lässt sich nicht erweitern. Deshalb haben wir nun ein neues installiert, que quer ser preenchido 🙂
Alle alten Beiträge wir bei nächster Gelegenheit übertragen. Das muss leider händisch passieren, da der Anbieter des alten Gästebuchs keine Möglichkeit anbietet, die Einträge zu exportieren.
Los gehts!
Hallo Cati, Olá John, erst einmal vielen Dank, für eure tollen Berichte, die wir seit langem mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. Ich hatte vor langer Zeit einmal in euer Gästebuch geschrieben, wie super wir es finden, dass ihr euren Traum lebt. Aber wie das auch mit schon zum Teil realisierten Träumen ist, kommt irgendwann der Moment des Aufwachens. An diesem seit ihr jetzt wohl. Ihr habt euch sechs Optionen zur Auswahl gestellt und um Meinungen gebeten um eure Endscheidungen abwägen zu können. Aber ganz ehrlich, durch die Vielzahl der Meinungen werdet ihr sicherlich noch mehr verwirrt und unsicher wie es weiter gehen soll. Denn eins steht fest, alle Optionen haben natürlich Konsequenzen wie von euch beschrieben. Deshalb will ich vordergründig gar nicht meine Meinung mitteilen, mas simplesmente partilhar um pouco da minha experiência de vida e quem sabe contribuir para a sua decisão 😉 O meu sonho sempre foi ir para o mar, schon als kleiner Junge faszinierten mich Geschichten über die See und das Leben an Bord von Schiffen. Nur war das als DDR Bürger nicht ganz so einfach wie ihr wisst. Bei der Handelsmarine benötigte man ein 1er Durchschnitt in der Schule, Gute Beziehungen zur Betriebsleitung der DSR (DDR Reederei) oder man war politisch 100 % korrekt. Diese 3 Faktoren erfüllte ich aber in keinster Weise ;-). Also war guter Rat teuer. Was machen. Es gab ja noch die Hochseefischerei. Hier war der Arbeitskräftemangel immer sehr arg, aufgrund der Schwere der Arbeiten und der langen Einsatzzeiten auf See. Die Schiffe waren auf der ganzen Welt verteilt und die Einsatz Zeiten auf See waren oft länger als 100 Tage am Stück. Na das war doch was. Also Vollmatrose der Hochseefischerei gelernt und meinen Traum erfüllt. Es waren 4 wunderbare Jahre auf See trotz der Plackerei an Deck und Verarbeitung. Seemännisch konnte man keine bessere Ausbildung erhalten! Dann kam die Wende und brachte für alle Freiheit und Unabhängigkeit mit. Zum Glück, nur hieß das für mich auch Verlust des Arbeitsplatzes. Also was machen ich war jung ungebunden und wollte natürlich weiter zur See fahren. Da war guter Rat teuer. Nach der Wende war die Seefahrt am Ende, der Arbeitsmarkt war voll mit gut ausgebildeten DDR Seeleuten und die Heuer Angebote waren rar. Da ich noch nicht gedient hatte, dachte ich mir schau mal bei der Marine vielleicht brauchen die ja jemanden wie mich. Gesagt getan, also ab nach Wilhelmshaven und tatsächlich, man wollte mich. Man bot mir damals die Ausbildung zum Schiffsbetriebstechniker an und ich verpflichtete mich für weitere 4 Anos. Super, alles gut... wenn ich nicht genau zu dieser Zeit meine jetzige Frau kennengelernt hätte. Nicht das, dass schlecht war, im Gegenteil die beste Entscheidung meines Lebens, aber es machte die berufliche Situation nicht einfach. Also die 4 Jahre Vertrag erfüllt und mit großer Wehmut nach 8 Jahren von der Seefahrt Abschied genommen. Dann neu gelernt, kaufmännische Ausbildung, Fachschule gemacht und mittlerweile seit vielen Jahren in verantwortlicher Position bei einem großem Fahrzeugbauer tätig. Ein Haus gebaut, 2 wunderbare Kinder bekommen (16 e 12 Anos) und ja ich kann mit Fug und Recht sagen ich führe eine klügliche Ehe und habe ein tolles Leben. Also alles gut, aber eins ist ganz klar. Ich habe Sehnsucht nach der Weite des Meeres, nach der Unabhängigkeit des Tuns und grenzenloser Freiheit. Wenn ich nicht mindestens einmal im Jahr mein Beine auf ein Schiff setze und sei es nur eine Fähre nach Skandinavien, gehe ich kaputt. Natürlich stellt man sich auch die Frage, war es damals die richtige Entscheidung aufzuhören. Aber das ist nicht relevant! Endscheidungen trifft man immer aus bestimmter Motivation und zum Zeitpunkt der Endscheidung ist es immer die richtige! Danach diese in Frage zustellen ist einfach, dann kennt man ja auch die Konsequenzen. Frei nach dem Motto, wenn ich aus der Kirche komme, bin ich immer schlauer ;-). Also denkt immer daran, egal wie ihr euch Entscheidet es wird die richtige Entscheidung sein. Aber eins muss euch bewusst sein, jede Entscheidung ist und kann immer nur ein Kompromiss sein. Thats life. In diesem Sinne, immer ein Handbreit Wasser unterm Kiel und wir können den Wind nicht ändern, wir können nur die Segel richtig setzen. Euer Frank