Der Countdown läuft …

Liebe Leser,

in 24 Stunden werden Cati und ich auf dem Boot sitzen. Ein kaltes Bier in der Hand und ein glückliches Grinsen im Gesicht. Zwei Wochen Urlaub liegen vor uns. Unfassbar. Eine lange Zeit. Bislang habe ich das ganze Jahr über noch nie mehr als jeweils einen einzelnen Tag Urlaub genommen – und jetzt so lange. Echt stark. Wir freuen uns riesig auf die  vor uns liegende Zeit.

Mit uns an Bord wird mein Onkel und Freund Uwe sein. Zu dritt wollen wir uns auf den Weg in den Norden machen. Wohin es genau geht, verrate ich nicht. Der Grund für diese Geheimnistuerei: Ich habe selbst noch keine Ahnung, wo wir hinsegeln. Aber wenn das Internet dort oben in einigen Häfen erreichbar ist, halte ich euch auf dem Laufenden.

Vergangenes Wochenende waren Cati und ich in Missunde. Vielen Lesern mag der Ort ein Begriff sein, den von dort hat mein Namensvetter Wilfried Erdmann viele große Reisen gestartet. So war es auch eine dieser Reisen, die uns dorthin führte: Am 23. Juli 2001 war Wilfried mit seiner „Kathena Nui“ von der größten Reise zurückgekehrt, die je ein Deutscher unternommen hat: 343 Tage lang umsegelte er die Welt gegen die vorherrschenden Windrichtungen, also im Zickzack-Kurs. Nonstop, ohne irgendwo an Land zu gehen, von Cuxhaven nach Cuxhaven. Als er damals an Land ging, standen mehrere hundert begeisterte Bewunderer auf dem Steg – und auch ich, damals 15 Jahre alt. Eine Begegnung, die mein Leben veränderte und den weiteren Weg vorzeichnete. Einige Jahre später setzte auch ich Segel. Meine Reise war wesentlich weniger weltbewegend, aber sie öffnete für mich eine neue Welt. Eine Welt, die es nun zu entdecken gilt.

Zehn Jahre nach Wilfrieds Rückkehr also, am 23. Juli 2011, trafen sich einige Dutzend Menschen in Missunde, um sich dort noch einmal an Wilfrieds Rückkehr zu erinnern. HIER lest ihr den Bericht auf YACHT-online und HIER einen weiteren auf der Website von Wilfried Erdmann. Wir reisten mit dem Boot an. Astrid hatte uns einen Liegeplatz direkt vor dem Festzelt am Missunder Fährhaus reserviert.

Der Abend war einfach wunderschön. Wir lernten viele spannende Menschen kennen, einige davon selbst Weltumsegler, andere Abenteurer. Fast beiläufig erklärte mir ein Gast, dass er mal ein halbes Jahr beim Konstrukteur der „Gipsy Girl“ zuhause gewohnt hat (ich konnte VIELE kostbare Dinge über unser Boot lernen!), andere erzählten Geschichten aus ihren Reisen und von zahlreichen Gegenden, die wir unbedingt bald mal mit dem Boot erreichen wollen. Was Cati und mich jedoch am meisten verblüffte: Statt Blumen und Geschenken baten die beiden um Spenden für einen jungen, angehenden Weltumsegler. Gestern nun verkündete Wilfried auf seiner Website (und zeitgleich per Mail an mich), dass wir den Erlös bekommen sollen! Wir sind total baff, können unser Glück kaum fassen. Und natürlich dankbar! Wilfried und Astrid haben mich schon damals, nach meiner Rückkehr von der Atlantikreise, großartig unterstützt – und jetzt solch eine liebe Geste. Vielen herzlichen Dank euch beiden – und natürlich auch all denen, die so großzügig Geld gespendet haben! Wir werden es sinnvoll einsetzen, um bald länger die Segel setzen zu können.

Bevor wir auf Weltumsegelung gehen, steht nun jedoch erstmal der Törn nach Norden bevor. Morgen geht es los. Endlich …

Ein paar Eindrücke unserer Fahrt nach Missunde – quasi meine ersten Spielereien mit der neuen Kamera – könnt ihr euch hier anschauen. Einfach die Qualität von 360p auf 720p hochschalten, Vollbild an – und ab dafür! 🙂

Stay tuned!

Johannes

 

 

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